Richtig twittern als Veranstalter


Veröffentlicht am 8. Februar 2010
5 Comments

Lesen Sie eigentlich die Tweets von Kongress- und Messeanbietern? Es twittern doch eine ganz Menge inzwischen. Für die Veranstalter im Kommunikations-, Technik- und Web-Bereich stellt die Online-Kommunikation eine spannende Herausforderung dar. Oftmals ist es nicht die Frage der Größe, sondern eine der Kreativität, die über Erfolg oder Misserfolg in Social Media entscheidet. Das zeigt besonders ein Blick auf kleinere Messeveranstalter, die auf Twitter überzeugen können.

Aufgrund ihrer Strukturen tun sich große Verbände, Messen und Veranstalter mitunter auf Twitter schwer. Von den Followerzahlen her profitieren sie vom Bekanntheitsgrad ihrer Markennamen. Dennoch lassen sich bislang nur wenige Veranstalter auf wirkliche Dialog ein: Allzu sehr steht das eigene Event bzw. die eigene Organisation im Fokus der Twitterei. Beispielsweise die BITKOM wie auch der Bundesverband der Digitalen Wirtschaft (BVDW) setzen auf Twitter viel zur sehr darauf, die eigenen Aktivitäten in den Vordergrund zu rücken. Doch mitunter tun sich Messeanbieter auch schwer mit der Sprache. Immerhin setzt die CeBIT überhaupt auf Retweets, doch die Dialog wirken mitunter unbeholfen und behäbig, wenn nicht gar anbiedernd. Oder wollen Sie als Entscheider von einem Veranstalter locker gedutzt  werden?

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Immerhin wird dem Fragenden geantwortet, doch die 2010 hinter dem Account-Namen verbraucht sich schnell. Warum verspielt die CeBIT die Chance, langfristig eine Followerschaft aufzubauen?

Der Account des Community Summit ist dem noch einen Schritt voraus: Nicht nur dass die Moderatoren hier mit der Formulierung “operated by @steffi_k @bn_at_twitter” namentlich genannt werden, es ergibt sich eine nette Mischung an verlinkten Inhalten rund um den Themenkomplex Community Marketing. Mit offenen Fragen wird versucht, die Follower zur Interaktion anzuregen – die unlängst aufgekommene Diskussion um Twitterwalls bei Veranstaltungen wird zum Beispiel so thematisiert:

twitter-_-community-summit_-diskussion-um-twitterwalls

Anzumerken wäre, dass die Nachrichten großteilig von der Facebook-Fanpage ins Kurznachrichtennetzwerk geschickt werden – dadurch werden die Nachrichten teilweise am Ende abgeschnitten, was nicht ganz so schön ist.

Ein interessanter Ansatz findet sich beim Twitter-Account von IIR und Euroforum. Unter dem Credo “IIR- und Euroforum-Kollegen twittern” werden Informationen zu verschiedenen Veranstaltern und deren Events zusammengefasst. Der Hintergrund der Twitter-Page zeigt neben den Porträtbildern der betreuenden Mitarbeiterinnen auch die Kooperation mit den Veranstaltungen des Handelsblatt sowie der Wirtschaftswoche auf. Neben den eigenen Terminen werden andere wichtige Events und Seminare thematisiert. Obwohl das Projekt noch ganz am Anfang steht, können sich die Inhalte und das Konzept der Zusammenarbeit mit verschiedenen Anbietern schon jetzt durchaus sehen lassen.

Die Messe Frankfurt hinterlässt auf Twitter einen sehr guten Eindruck: Mit 1126 Follower erzielt sie eine sehr gute Reichweite im deutschsprachigen Raum. Im Hintergrundbild des Twitterprofils gibt es einen guten Überblick über anstehende Termine. Zudem wurden Listen angelegt, in denen die Twitter-Accounts von Eigen- und Gast-Veranstaltungen aggregiert werden. Inhaltlich finden sich neben Seminarankündigungen auch Links zu thematisch relevanten News, sporadisch lässt sich sogar der Versuch eines Dialogs entdecken.

Letztlich zeigen die ausgewählten Beispiele, dass erst wenige Veranstalter alle Chancen auf Twitter richtig nutzen. Ich würde mir mehr Dialoge mit den Followern, weniger Selbstrefentialität und eine klarere Linie bei der Bespielung von Twitter wünschen. Dann klappt es auch mit der Online-Kundenkommunikation besser.

Kennen Sie noch weitere Veranstalter, die Twitter gekonnt im Dialog mit Besuchern, Interessenten und Referenten einsetzen?  Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

>> Liste der über 17o Veranstalter auf  Twitter
>> Wie man erfolgreich das Publikum mit Twitter und Co. einbezieht


5 Comments

Leser Kommentare:

  1. Günter Exel schrieb am 8. Februar 2010:

    Vielen Dank für die interessanten Aspekte zum Thema Twitter im Messe-Einsatz! Ich habe mich bei der Wiener Ferienmesse ebenfalls mit diesem Thema befasst und einiges an Best Practice-, aber auch Worst Practice-Beispielen gesammelt.

    Aufgrund dieser Erfahrungen habe ich 10 Thesen zu Twitter im Messe-Einsatz erstellt, die vielleicht zu diesem Thema weiter Anregungen liefern – der Link lautet: http://www.guenterexel.at/10_thesen_zu_twitter_im_messe-einsatz.php

    Liebe Grüße,
    Günter Exel

  2. Michael Ghezzo schrieb am 8. Februar 2010:

    Nicht zu vergessen: http://twitter.com/confare

  3. Tweets die Richtig twittern als Veranstalter :: eck marketing - Die Referenten Agentur - Renate Eck erwähnt -- Topsy.com schrieb am 9. Februar 2010:

    [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Günter Exel, Matthias Rückel und Günter Exel, onlinerelations erwähnt. onlinerelations sagte: Richtig twittern als Veranstalter :: eck marketing – Die … http://ow.ly/16wLg5 [...]

  4. Nils Roßmeisl schrieb am 9. Februar 2010:

    Hallo Frau Eck,

    danke für diese nette Zusammenfassung!
    Die Hannover Messe ist übrigens auch fleißig am twittern unter http://twitter.com/hannover_messe
    Auch wir haben bisher (3 Wochen) ähnliche Erfahrungen gemacht, wie Sie sie hier geschildert haben (vgl. CeBIT), sind aber zuversichtlich was die Zukunft betrifft. Die Messekommunikation mit Ausstellern, Besuchern, Verlagen, Verbänden etc. erfordert eben doch eine andere Strategie als Produkt- oder Markenkommunikation mithilfe von Mikroblogging. Klar müssen Veranstalter weg von reiner Event-PR und hin zum Dialog mit den Anspruchsgruppen, doch das bedarf noch einiger Entwicklungen und Lernprozesse!

    Beste Grüße
    Nils Roßmeisl

  5. Frank Mertz schrieb am 9. Februar 2010:

    Hallo Frau Eck,

    Vielen dank fuer das aufsetzen dieses Artikels.
    Liesst sich ganz hervorragend.

    Was mir unklar bleibt ist:
    A) Ziel fuer alle Beteiligten
    B) Nutzen von Veranstaltern
    C) Reporting/Kosten/Nutzen

    Viele Gruesse
    Frank Mertz

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