Digitalisierung als Wachstumstreiber

19.04.2016

Daten sind der entscheidende Treibstoff für das Wachstum von Unternehmen und Märkten. Welche Chancen hat die deutsche Wirtschaft durch die Digitalisierung und wo stehen deutsche Unternehmen derzeit?

bigdata flickr

Letzteres untersucht der Digitalindex von DATAloversbeDirect und dem IW Institut der deutschen Wirtschaft Köln und gibt belastbare Erkenntnisse über den Grad der Digitalisierung von Unternehmen in Deutschland. Wichtigstes Ergebnis: Der Digitalisierungsgrad deutscher Unternehmen ist „erschreckend niedrig“. Untersucht wurde, wie gut Unternehmen auf die digitale Welt vorbereitet sind in den Dimensionen Technology, Mobile, Quality und Social Media (Digital Readiness) sowie die konkreten Umsetzungen (Digital Performance). Also wie viel Traffic erzeuge ich durch meine Maßnahmen, wie hoch ist meine Sichtbarkeit in den Suchmaschinen, wie viel von meinen Möglichkeiten setze ich um.

Business-Potenziale durch digitale Daten wie Web, Mobile, Social oder Search

Durch das intelligente Gewinnen, Analysieren und Nutzen von Daten lassen sich systematisch neue Business-Potenziale erschließen. Insbesondere stehen mit digitalen Daten wie Web, Mobile, Social und Search neue Kunden, Märkte und Wettbewerbsvorteile offen, so Andreas Kulpa, CEO der DATAlovers AG. Sieger in dieser Studie ist der Einzelhandel, dicht gefolgt von der Automobilwirtschaft. Beide Branchen verfügen über hohe Werte der Digital Readiness und schaffen es auch, diese in Digital Performance umzuwandeln. Dagegen gelingt es der Informations- und Telekommunikationsbranche nicht, ihre gute Readiness in Performance zu transformieren. Maschinenbau sowie Großhandel können durch eine gute Balance zwischen Readiness und Performance punkten. Bemerkenswert die Baubranche, die trotz niedriger Digital Readiness eine gute Digital Performance erreicht.

Bei den Unternehmen führen den Digitalindex 2015 diejenigen mit dem Hauptsitz im Ausland an. Auf den ersten drei Plätzen sind das SugarCRM, VICE Media und The Economist Newspaper, mit Werten um 77%. Erst auf dem sechsten Platz kommt ein Unternehmen mit deutschem Hauptsitz: Mercedes-Benz mit einem Indexwert von 75%. Bei den „Big Companies“ mit Hauptsitz in Deutschland führt Conrad Electronic SE die Spitze an, es folgen Telekom und Zalando mit etwa 71%.

Deutsche Unternehmen müssen also noch einiges leisten, um auf dem Zug der Digitalisierung mitfahren zu können. Und das ist absolut unverzichtbar, wenn sie ihre führende Rolle in der Weltwirtschaft in den kommenden Jahren behalten wollen. Immerhin hängt schon heute mehr als ein Fünftel des weltweiten Bruttoinlandsprodukts direkt oder indirekt von digitalen Fähigkeiten der Arbeitnehmer, in Digital investiertes Kapital oder digitalen Gütern und Dienstleistungen ab. Das hat die Studie „Digital Disruption: the Growth Multiplier“ des Dienstleistungsunternehmens Accenture, die im Januar anlässlich des World Economic Forums in Davos vorgestellt wurde, ergeben. Für Deutschland hat Accenture ein zusätzlich mögliches Wachstum um 82 Milliarden Euro bis 2020 prognostiziert, wenn die Unternehmen den Aufbau von digitalen Fähigkeiten bei den Arbeitnehmern und den Einsatz digitaler Technologien weiter vorantreiben. Digital aufgestellte Unternehmen erzielen laut Massachusetts Institute of Technology mehr Umsatz, sind profitabler und haben einen höheren Unternehmenswert. Klare Ziele also für die Unternehmen.

Foto: Flickr, Duncan Hull

Weiterführende Links:
Digitalindex 2015 von DATAlovers
Digital Disruption: the Growth Multiplier von Accenture

 

 

Autor: Renate Eck

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