Studie: Künstliche Intelligenz verändert Unternehmensprozesse

23.06.2017

Wird KI – Künstliche Intelligenz – alltäglich, wie Anfang des Jahres die Wirtschaftswoche titelte? Werden Unternehmen und Konsumenten bald nur noch via Bots und digitalen Assistenten kommunizieren? Wenn wir dem Marktforscher Gartner glauben wollen, steht das alles kurz bevor.

Gartner hatte bereits 2015 in der Studie „Top 10 der strategisch bedeutendsten Technologie-Trends 2016“ die Künstliche Intelligenz zum Schlüsseltrend des Digitalen Wandels ausgerufen und sie als strategisch vorteilhaft für die meisten Unternehmen herausgestellt. In einer Welt, in der immer mehr Daten anfallen, werden semantische Tools gebraucht, um diese Daten aus verschiedensten Quellen zusammenzuführen und aufzubereiten. Nur so könne die Informationsflut gebändigt werden.

Künstliche Intelligenz bei Unternehmen und Konsumenten

Die Entwicklungen im Bereich der digitalen Sprachassistenten bestätigen Gartners Prognosen im privaten Bereich: Immerhin 390 Millionen Menschen weltweit, so eine Studie von heise und Statista, bedienen sich ihrer und für 2018 werden mehr als eine Milliarde Anwender erwartet. So wie automatische Einparkfunktionen, bei denen sich das Auto die Parklücke selber sucht, kaum noch eine Meldung wert sind, werden schon länger komplett selbstfahrende Autos getestet. Die Innovationen betreffen digitale Haushaltshelfer ebenso wie persönliche digitale Assistenten, die unser Leben zukünftig immer stärker bestimmen werden.

Und auch auf Unternehmensseite sind die Veränderungen unübersehbar. Bots in der Kundenkommunikation sind gerade bei Routineanfragen immer stärker im Kommen und bald werden dank hinzulernender KI-Software auch komplexere Anfragen automatisch bearbeitet werden können. Schon heute können digitale Assistenten Dinge, die vor zehn Jahren noch im Science Fiction-Bereich verortet worden wären.

Diese Entwicklungen werfen aber auch viele Fragen auf, die weit in unsere Gesellschaft und in unser aller Leben hineinreichen. KI und Automatisierung werden nicht nur die Technik tiefgehend wandeln und zunehmend Arbeitszeiten und damit auch Arbeitsplätze reduzieren, sondern fast alle Lebensbereiche verändern und die Position und Rolle des Menschen grundsätzlich in Frage stellen. Nicht umsonst wird im Zusammenhang mit der Digitalisierung von der dritten industriellen Revolution gesprochen.

Künstliche Intelligenz – Top Trends

Kürzlich veröffentlichte DATAlovers eine aufschlussreiche Zusammenstellung von 10 Top Trends im Bereich der Künstlichen Intelligenz 2017. Als 10. Trend stellte es fest, dass der ökonomische und gesellschaftliche Wandel zunehmend die Diskussion über KI bestimmen wird und die grundsätzliche Frage gestellt werden müsse: „Wird auch diese neue Industrielle Revolution wieder zu mehr Wohlstand und Produktivität führen wie die Revolutionen zuvor?“ Die Herausforderungen der Arbeitswelt, aber auch „Fragen der Ethik und Privacy“ werden die Diskussionen um KI prägen.

DATAlovers, Newsblog

Das Unternehmen sieht derzeit einen Hype und daraus folgend gegenwärtig eine „gewisse Überbewertung“ der KI, aber analog zum Hype um wie etwa „Mobile First“ werden die KI-Potentiale mehr und mehr „zu einer Selbstverständlichkeit in den nächsten Jahren“ werden.

Ob die Künstliche Intelligenz „wirklich intelligent“ ist, ist aus Business-Sicht recht akademisch, auch wenn die damit zusammenhängenden ethischen und erkenntnistheoretischen Fragen natürlich ungeheuer spannend sind. Letztlich hilft eine immer bessere Simulation der menschlichen Intelligenz dabei, „wichtige Business Prozesse und Aufgaben zu unterstützen oder gar autonom zu erledigen.“ Das wird das Business „schnell und nachhaltig verändern.“

Auch die sogenannte General Intelligence bleibt wohl zunächst noch die Hoheit des Menschen, denn die allgemeinen, funktions- und branchenunabhängigen KI-Systeme wird es so schnell nicht geben, dafür so das Fazit der Studie „werden immer mehr domänen-spezifische KI-Systeme erfolgreich entwickelt und etabliert: Systeme für bestimmte Funktionen wie beispielsweise Lead Prediction im Sales, Service-Bots im Service oder Prognosen von Bonität.“

Unternehmerische Funktionen werden dadurch zunehmend unterstützt, ja auch ersetzt und KI wird immer häufiger den Sprung von der KI-Werkbank in das Business schaffen. Fast jedes Device oder Produkt kann durch KI smart werden und das Label ‚KI Inside‘ wird damit immer selbstverständlicher.

KI-Treiber Conversational Commerce

Ein wichtiger „KI-Treiber“ ist der sogenannte Conversational Commerce, bei dem durch intelligente Automatisierung die Kundeninteraktion optimiert wird. Neben Algorithmen, die über Key Words und Kommunikationsmuster die Kommunikation steuern, wird hier zunehmend Künstliche Intelligenz eingesetzt, um aus den Präferenzen und Verhaltensweisen systematisch zu lernen.

Trotz des Potentials von KI nutzen erst wenige Firmen die entsprechenden Technologien und Methoden, da ihnen häufig der Zugang zu den Technologien und den entsprechenden Skills fehlt. Hier sieht der Report perspektivisch eine „Demokratisierung der KI“ durch spezielle Frameworks oder Tools, die die Entwicklungen von KI-Applikationen vereinfachen, besonders auch durch sogenannte „KI as a Service-Anbieter“, die die Analyse von Business-Daten, Cloud-natives maschinelles Lernen oder die Nutzung performanter Infrastrukturen anbieten, mit denen KI-Applikationen entwickelt und genutzt werden können.

Foto: flickr, Many Wonderful Artists

Links
Gartner Reveals Top Predictions for IT Organizations and Users for 2016 and Beyond, 2015
Kolumne: Künstliche Intelligenz wird alltäglich, Wirtschaftswoche 1/2017
„Statistisch gesehen“: Kommt das Zeitalter der Sprach-Assistenten?, Heise 11/2016
Top 10 Trends im Bereich der Künstlichen Intelligenz 2017, Newsblog DATAlovers

Autor: Renate Eck

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