Studie: Tagung und Kongress der Zukunft

11.11.2013

Veranstaltungen sind ein großer Wirtschaftsfaktor. Deutschland nimmt weltweit den zweiten Platz als Ort für Tagungen und Kongresse ein. Es waren knapp 3 Millionen Veranstaltungen und über 360 Millionen Teilnehmer im letzten Jahr. Bei dem hart umkämpften Veranstaltungsmarkt ist es wichtig, künftige Trends und Tendenzen rechtzeitig zu erkennen und entsprechende Maßnahmen abzuleiten, so das Anliegen der aktuellen Studie „Tagung und Kongress der Zukunft“.

Die Studie identifiziert eine Reihe sogenannter Megatrends und ihren Einfluss auf die Kongress- und Tagungsbranche. Megatrends, so das Konzept einer wissenschaftlich fundierten Zukunftsforschung, sind Transformationen, die sich über mehrere Jahrzehnte erstrecken, in alle Lebensbereichen wirken und einen grundlegend globalen Charakter haben. Die Untersuchung nennt Urbanisierung, Globalisierung, Ressourcenverknappung, demografischen Wandel, Feminisierung und Diversity, Technisierung und Digitalisierung sowie nachhaltige Entwicklung, Mobilität und Sicherheit.

Bild Megatrends

Studie Tagung und Kongress der Zukunft, Abb. S. 16

Gerade angesichts der Technikentwicklung der vergangenen Jahre war abzusehen, dass der wachsender Einsatz von technischen Geräten und die Digitalisierung unter den Megatrends auftauchen würde. Hier hat sich viel getan, wenn man sich aktuelle Veranstaltungen ansieht. Tablets, Smartphones, Beamer, Video- oder Tonmitschnitt sind inzwischen Basics, auch verschiedene soziale Netzwerke wie Twitter, Youtube, Facebook, Pinterest oder Instagram werden aktiver genutzt, ebenso nehmen virtuelle Veranstaltungsformen wie Onlineseminare oder virtuelle Messen oder Konferenzen zu. Diese Entwicklung wird sich fortsetzen. So nennt die Studie „ neue Kombinationen von künftig verbreiteten Kommunikationstechnologien wie Cloud Computing mit Gebäudetechnik und dem Internet der Dinge und Dienstleistungen“. Bisherige Formate und Konzepte werden durch eine neue Vielfalt von Optionen hinsichtlich Wissensvermittlung, Technologie und Architektur ergänzt werden.

Jederzeit verfügbare Informationen und Partizipation
Ein weiteres Resultat der zunehmenden Technisierung ist, dass in den Industriestaaten einer Mehrheit der Menschen potenziell fast alle Informationen fast immer zur Verfügung stehen werden. Schon heute gibt es eine hohe Dichte an mobilen Endgeräten, mit denen künftig „nicht nur Daten, sondern auch viele Geräte und Alltagsgegenstände direkt über das Internet identifizierbar, lokalisierbar und steuerbar“ sind, Stichwort „Internet der Dinge“. Das wird das Planen, Durchführen und Nachbereiten von Tagungen und Kongressen nachhaltig beeinflussen und „völlig neue Modelle von Organisation und Arbeitsteilung“ eröffnen. Nicht zuletzt geht es um eine verstärkte Partizipation der Teilnehmer.

delphi befragung gcb studie

Studie Tagung und Kongress der Zukunft, Abb. S. 19

Die oben genannten Megatrends beeinflussen Gesellschaften als Ganzes und führen zu dynamischen Wandlungsprozessen. Sie erhöhen die Schnelllebigkeit und den soziokulturellen Wandel, wobei die Herausforderungen an Menschen und Organisationen steigen werden. Um dem gewachsen zu sein, werden ein lebenslanges Lernen und die Ausbildung immer wichtiger – auch in der Tagungs- und Kongressbranche. So werden nicht nur die Anforderungen an Fremdsprachenbeherrschung und interkulturelle Kompetenz steigen, sondern „Ganzheitliches und langfristiges Denken wird wichtiger werden“ und „ Ausbildung wird Zukunftsorientiertheit zum Ziel haben“ müssen.

Quellen und weiterführende Links
>> Studie Tagung und Kongress der Zukunft Zukunftsstudie, Management Summary, Abb. S. 16 und S. 19, GCB German Convention Bureau e. V.
>
> AUMA_MesseGuide Deutschland 2014, AUMA Oktober 2013
>> Meeting- und Eventbarometer 2013, Deutschland-Studie des Kongress- und Veranstaltungsmarktes,EVVC, GCB, DZT, EITW, Verband Deutsches Reisemanagement e.V. (VDR)
>> Veranstaltungen im Zeitalter von Social Media, Referentenblog
>> Studie: Publikumsmessen unter Druck, Referentenblog
>> Messen und Events setzen zu wenig auf digitale Innovation, Referentenblog

Autor: Renate Eck

Schlagwörter: Studie, Weiterbildung, Zukunft

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