Kongresse setzen auf Mitbestimmung

11.04.2011

Bei der Entscheidung für oder gegen einen Referenten setzen Veranstalter immer häufiger auf Social Media. Grundlage der selbstorganisierten, weitgehend hierarchiefreien und freiwilligen Form der Zusammenarbeit ist das Internet. Dieses bietet erstmals eine globale Infrastruktur ohne die sogenannten Kollaborationskosten der Bündelung von Arbeit, Wissen und Kapital. Der Kanadier Don Tapscott hat dafür den Begriff Wikinomics geprägt und nennt als die wichtigsten

Don Tapscott hat dafür den Begriff Wikinomics geprägt und nennt als die wichtigsten Faktoren die freiwillige Zusammenarbeit, die Offenheit, eine Kultur des Teilens und globales Handeln: „Wikinomics bindet erstmals in der Geschichte der Menschheit die Konsumenten als Prosumenten in den Produktionsprozess ein.“

Kein Wunder also, dass Kongresse zunehmend die Instrumente des Web 2.0 für sich entdecken. Dadurch erreichen sie potentielle Teilnehmer und Referenten und sie beziehen Interessenten in die Themen-  und Programmplanung mit ein. Zwischenzeitlich sind viele Veranstaltungen durch Facebook Fanpages öffentlich erreichbar oder durch Teilnehmerlisten auch auf LinkedIn oder Xing. Auf diese Weise können sie den Dialog und Meinungsaustausch mit den Konferenzbesuchern stärken.

Die Konferenzanbieter nutzen Social Media auch, um Themenvorschläge entgegen zu nehmen. Vorbild ist unter anderem das Prinzip des Barcamp, eine offene Tagung, deren Ablauf und Inhalte von den Teilnehmern selber entwickelt werden. Das erste Barcamp fand im August 2005 in Palo Alto/Kalifornien in den Räumlichkeiten der Firma Socialtext statt und die Veranstaltungsform hat seitdem ihren Siegeszug um die Welt angetreten. Sogar die Finanzbranche hat das Prinzip hierzulande für sich entdeckt.

Wie weit sich Ideen des Barcamp-Prinzips inzwischen durchgesetzt haben, beispielsweise die, dass Teilnehmer oder Speaker selbst ihre Themenvorschläge abgeben, wird daran erkennbar, dass beispielsweise die next conference dieses Jahr einen call for participation durchführte. Auf diese Weise gingen 130 Vorschläge von Sprechern und Themen ein und diese wurden durch das Publikum bewertet.

Ebenso hat das Medienforum.NRW im letzten Jahr öffentlich Vorschläge für das Kongressprogramm entgegen genommen. Die Resonanz und Ergebnisse der Aktion waren überaus positiv. Daher wurde die Beteiligung vereinfacht und ausgebaut: „Wir möchten von Ihnen wissen: Welche Themen finden Sie besonders spannend? Kennen Sie einen beeindruckenden Redner, den Sie auf dem Medienforum.NRW erleben möchten? Gibt es ein Thema, dass überall zu kurz kommt und auf dem Medienforum.NRW diskutiert werden sollte? Und falls Sie selbst ausgewiesener Medienexperte sind, können Sie uns auch gerne einen eigenen Beitrag vorschlagen.“ Meinen Sie, es sind Pioniere einer Entwicklung, oder wird der direkte Austauschen und Abstimmen vor Konferenzen bald selbstverständlicher?

Foto: Quelle Flickr: Abstimmung, Dima Konsewitch

» Wie sie als Veranstalter Facebook Fanpages richtig nutzen, Referenten Blog
» Social Media: Das Internet kann Messen nicht ersetzen … aber erweitern! Unternehmer.de, m+a Verlag 9/10

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4 Responses to “Kongresse setzen auf Mitbestimmung”

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