Studie: Weiterbildung in Social Media Marketing

Social Media und digitales Marketing sind zwar in aller Munde, doch wie schaut es mit der praktischen Anwendung in den Unternehmen aus? Camelot Management Consultants haben mit einer Umfrage unter 100 Unternehmen der konsumnahen Industrien herausgefunden, dass nur rund zehn Prozent der Unternehmen digitale Marketing-Initiativen strategisch planen und adäquat umsetzen. Zwar verbinden die befragten Unternehmen Wettbewerbsvorteile mit einer integrierten Verzahnung ihrer Einzelaktivitäten und binden sie in die gesamte Vermarktungs- und Kommunikationsstrategie ein, doch fehlt es in der Praxis häufig an Kompetenzen und Know-how.

Social Media Plan

Weiterbildung lautet also das Gebot der Stunde, doch wo, bei wem und in welchem Umfang? Und nicht zuletzt: Zu welchen Kosten?

Die Stiftung Warentest hat sich soeben des Themas angenommen und die Ergebnisse in der Zeitschrift Finanztest 6/2012 veröffentlicht. Untersucht wurden allerdings keine umfangreicheren mehrmonatige Weiterbildungen, sondern Einstiegsangebote über einige (Präsenz)Tage beziehungswiese von 8 bis 20 Unterrichtsstunden, daneben auch ein Onlinekurs mit acht Einheiten. Preislich bewegen sich die Angebote zwischen 40 und 1050 Euro, für den Onlinekurs muss man 1620 Euro bezahlen.

Das erste, nicht ganz uninteressante Resultat der Tests: Wer mehr zahlt, bekommt auch mehr geboten! Das ist oft, aber nicht immer so. Die Herangehensweise gleicht sich häufig: Nach der theoretischen Vermittlung der Grundlagen wird es meist praktisch und so ist beispielsweise eine Werbekampagne zu organisieren. Doch praktische Übungsmöglichkeiten fehlten bei vielen Angeboten, auch das Thema Marketing kam häufig recht kurz und die Kursmaterialien beschränkten sich meist auf Kopien der Powerpointfolien der Vortragenden – Hinweise auf weiterführende Literatur waren die Ausnahme. Als besten Anbieter empfiehlt die Stiftung Warentest die Firma Embis, empfohlen werden auch die Angebote von Technische Akademie Wuppertal (TAW) und Baytech Akademie, alles Präsenzangebote. Der Onlinekurs der Social Media Akademie ist trotz des hohen Preises und einiger didaktischer Mängel dennoch empfehlenswert, vor allem für diejenigen, die keinen Präsenzkurs in ihrer Nähe finden.

Bei der Auswahl eines Angebots sollten natürlich die Inhalte im Vordergrund stehen und behandelt werden müssen auf jeden Fall verschiedene Social Media Dienste und das entsprechende Marketing, aber auch rechtliche Fragen zu Urheberrecht, Daten- und Markenschutz sollten thematisiert werden, doch auch die Frage, ob Vorwissen notwendig ist, sollte bedacht werden. Die Möglichkeiten praktischer Übungen und Umsetzungen des Gelernten sollten die Entscheidung für ein Angebot ebenso beeinflussen wie die Qualität des Kursmaterials, mit dem die Teilnehmer das Gelernte nachschlagen und nacharbeiten können. Keine unwichtige Entscheidungshilfe liegt in der Person des Dozenten, denn viele von ihnen sind sehr aktiv in den Sozialen Medien und oft selbst beruflich in diesem Umfeld tätig. Damit hat man eine gewisse Gewähr, keine reine Theorie zu buchen. Eine Internetrecherche bringt das schnell an den Tag.

» Social Media Marketing: Erfolg mit neuen Medien, Finanztest Juni 2012
» Die vertagte Revolution – Warum Digitales Marketing den klassischen Marketing-Mix vorerst nicht nachhaltig verändern wird, Camelot Management Consultants AG
» Unternehmen nehmen Weiterbildung selbst in die Hand, Referentenblog
» Wie wichtig ist Weiterbildung in Agenturen? Referentenblog

Quelle: flickr, Social Media Plan von s_falkow

1 Kommentar
  • Alexander Holl
    Veröffentlicht: 12:16h, 18 Juli

    Spannend vielen Dank für die Informationen Renate. Wir hoffen mit unserem Social Media Seminar http://www.121watt.de/social-media-seminar/ das nächste Mal in der Bewertung dabei zu sein. Diesmal konnten wir nicht, da der Prüfungstermin abseits unserer regulären Seminare war, schade.

    Zu den Kriterien: Allerdings den Punkt Recht, der mit in die Bewertung eingeflossen ist, ist sicher immer zu diskutieren, wenn man Referenten zum Thema Social Media hat. Der Grund: Man ist schnell in der Gefahr ohne fachlich fundierte juristische Ausbildung, komplexe Thematiken darzustellen, wie das Thema Leistungsschutzrechte, Telemedienstgesetz, Persönlichkeitsrechte, Datenschutz etc.

    Beste Grüße
    Alexander

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