Wie Sie die richtigen Influencer finden

06.07.2017

Unternehmensinhalte werden in der wachsenden Flut an Informationen, die täglich auf uns über klassische Kanäle wie über neue Medien einströmen, immer weniger wahrgenommen. Heute reicht es deshalb nicht mehr, interessanten Content zielgruppengenau und hochwertig aufbereitet zu veröffentlichen – er muss auch zielgruppengenau verteilt werden.

Was ist Influencer-Marketing?

Influencer-Marketing heißt eines der neuen Buzzwords und Marketer erhoffen sich, damit den schrumpfenden Wirkeffekten der etablierten Werbe- und Marketingmaßnahmen etwas entgegenzusetzen. Influencer-Marketing bedeutet verkürzt, Personen mit hoher Reichweite in den sozialen Netzwerken aufzuspüren und für die digitale Kommunikation von Unternehmensbotschaften zu gewinnen.

Völlig neu ist dieser Ansatz nicht, denn die Public Relations arbeiten seit langem mit Multiplikatoren, Vertriebsmitarbeiter mit sogenannten Vertriebspartnern. Auch hier geht es um Personen mit großem Wirkungsgrad in der jeweiligen Zielgruppe.

So wie persönliche Empfehlungen mit eigenen Erfahrungen Konsumenten schon immer stärker zum Kauf motiviert haben, also die klassische Mundpropaganda, weitet sich dieser Kreis der „Bekannten“ in unserer digitalen Welt nun auch auf Meinungsführer wie Blogger oder Youtuber aus, deren Beiträgen oft viele Tausend Menschen folgen. Diese Influencer, so Alexander Pühringer, CEO & Founder von LINKILIKE, „haben einen großen Einfluss im Internet und besitzen außerdem eine hohe Glaubwürdigkeit. Ihre Leser und Zuschauer vertrauen auf ihre Meinung, wenn ihnen etwa ein Produkt empfohlen wird.“ Inhalte, die Influencer teilen, werden mit großer Wahrscheinlichkeit weiter geteilt und erhalten somit eine höhere Reichweite und größeres Engagement.

Beim Influencer-Marketing geht es vor allem um Beziehungen, um Vertrauen, weniger um Werben um Aufmerksamkeit. Oder wie der Autor Christoph Salzig im t3n-Magazin feststellte: „Letztlich ist das Phänomen Influencer-Marketing ein weiteres Indiz für den Paradigmenwechsel von der Aufmerksamkeits- zur Relationship-Ökonomie.“

Influencer zielgerichtet suchen

Wie findet ein Unternehmen nun die zu ihm passenden Influencer oder auch Micro-Influencer? Letztere sind Personen, die im Unterschied zu den Influencern zwar weniger bekannt, oft ohne eigenen Blog oder YouTube-Kanal, dafür aber überdurchschnittlich aktiv in den sozialen Netzwerken unterwegs sind und daher unter ihren zahlreichen Followern ähnliche Glaubwürdigkeit und Einfluss wie Influencer haben.

Wichtige Voraussetzung einer erfolgreichen Suche ist, dass ein Unternehmen oder eine Marke sich ihrer wesentlichen Themen und Begrifflichkeiten bewusst ist, um zu diesen Themen zielgerichtet die entsprechend engagierten Meinungsführer zu finden.

Bei der Suche gibt es zahlreiche hilfreiche Tools, deren Erläuterung aber diesen Beitrag sprengen würde. Erste Schritte lassen sich zum Beispiel mit Twitter gehen, denn es bietet recht unkompliziert eine grundlegende Orientierung zu Inhalten und Reichweite von Personen, leicht lassen sich Dialogbereitschaft, Aktivität und Wirkungen herausfinden. Beiträge zu bestimmten Themen oder Hashtags kann man mit einem Tool wie Tweetreach eruieren. Hier erhält man auch Auskunft über die Reichweite von URLs, Hashtags, User-Namen oder Phrasen, und das nicht nur für Twitter, sondern auch für Tumblr oder Instagram.

Blogger lassen sich über Blog-Suchmaschinen, aber auch per Google finden. Welche Themen bei welchen Websites, Fachmedien und Blogs besonders erfolgreich sind, kann man über die Rankingseite 10000flies.de herausfinden. Dort lässt sich auch beobachten, welche Blogs besonders häufig in der Diskussion und entsprechend reichweitenstark sind.

Unternehmen und „ihre“ Influencer

Wichtige Kriterien für die Bedeutung von Influencern sind einerseits Zahlen wie Reichweite, Followeranzahl oder Abonnenten. Genauso wichtig sind die Interaktionen mit der Zielgruppe, denn sie sind ein Hinweis auf das Ausmaß der Bindung. Doch Zahlen allein reichen nicht, wenn es darum geht zu erfassen, ob ein Influencer zu einem Unternehmen passt. Dazukommen sollte immer auch eine individuelle Beurteilung der Inhalte und des Stils der Auftritte.

Influencer dann gezielt anzusprechen und den Kontakt zu pflegen braucht Manpower, so wie das Influencer-Marketing überhaupt Menschen im Unternehmen benötigt, die sich regelmäßig um den Kontakt zu „ihren“ Meinungsführern kümmern. Nur langfristige Beziehungen können entsprechende Vertrauensverhältnisse aufbauen und auch Erfolge sind eher langfristig zu erwarten.

Agenturen und Dienstleister können bei der Suche und Ansprache der passenden Influencer Starthilfe leisten, das Influencer-Marketing selbst aber sollte perspektivisch im Unternehmen angesiedelt sein. „Wer Influencer-Marketing outsourct, bleibt für die Meinungsführer unnahbar.“, meint Christoph Salzig. Denn Beziehungen werden von Menschen gepflegt und Konzepte werden von Menschen im Unternehmen gemeinsam mit den passenden Influencern umgesetzt.

Fotos: LinkiLike

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Autor: Renate Eck

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