Achtung: Brand-Bidder und Ad-Hijacker verdienen mit Ihrer Marke!

Seit es das Internet gibt, finden sich auch immer kreative Kriminelle ein, um auf leichte Art Geld zu verdienen. Das geschieht fast immer auf Kosten von Markeninhabern und Händlern, die durch Markenmissbrauch entweder um Umsätze gebracht werden oder überhöhte Provisionen zahlen müssen.

Peter Herold

Beim Brand-Bidding so Peter Herold, Gründer und Geschäftsführer der Xamine GmbH, verwenden Mitbewerber eine Marke missbräuchlich in Form von Suchbegriffen, wie beispielsweise in Google AdWords-Werbeanzeigen, um von der Attraktivität der Markenbegriffe zu profitieren und so über Suchwortanzeigen potentielle Kunden auf die eigene Unternehmensseite zu leiten. „Neben Mitbewerbern soll es wohl auch immer wieder Dienstleister von Markeninhabern geben, die auf diese Weise vom Traffic der Markeninhaber  profitieren und weitere Clicks auf ihre Anzeige generieren. Es ist ein unfairer Wettbewerb und er treibt für alle Marktteilnehmer und Werbetreibenden die Kosten für die beworbene Marke empor. Auch für den Suchmaschinennutzer ist es ärgerlich, wenn er nach Marken sucht und dann zu einem anderen Anbieter geleitet wird.“

Die Schäden durch Markenmissbrauch allein auf dem deutschen Suchmaschinenmarkt sollen nach Ansicht von Experten in die Millionen gehen. Um sich davor zu schützen ist es notwendig, ein lückenloses Monitoring der eigenen Brand-Suchbegriffe durchzuführen. Diese kann Werbetreibende identifizieren, die bestimmte Marken oder Markenbegriffe in Textanzeigen im eigenen Suchmaschinen Marketing verwenden. Bei Verdacht gegen den eigenen Dienstleister sollte man dieses Monitoring zusätzlich auch Inhouse durchführen, also das „Monitoring monitoren“. Brand-Bidding ist für den Markeninhaber kostenintensiv und lenkt den Traffic von der eigen Seite ab. Unter dem Gesichtspunkt des Markenmanagements und der optimalen Kampagnenperformance bei der Suchmaschinenwerbung ist es unabdingbar und wichtig dagegen vorzugehen.

Das Ad-Hijacking ist eine weitere Variante des Missbrauchs in der bezahlten Suchmaschinenwerbung. Hier unterscheidet man Ad-Hijacking durch Affiliate-Partner und Ad-Hijacking durch dritte Marktteilnehmer. In beiden Fällen wird eine Textanzeige des Markeninhabers 1:1 kopiert und gezielt ein höherer Klickpreis geboten, dabei reichen ein oder wenige Cent aus, um in den Suchmaschinen höher gelistet zu werden. Beim Ad-Hijacking wird der Betrug oft nicht sofort bemerkt, denn die kopierte Anzeige sieht oberflächlich betrachtet wie die eigene Anzeige aus. Erst die Ziel-URL offenbart, dass es sich um eine Fremdanzeige handelt. Versehen mit diesem Link des Ad-Hijackers werden potentielle Kunden in die Irre geführt und die Anzeige des Markeninhabers verdrängt. Die Kunden landen über die Server der Affiliate-Partner schließlich zwar doch beim Markeninhaber, der wird jedoch ungerechtfertigt zur Kasse gebeten, denn durch den Umweg wird ein Provisionsanspruch generiert. Während es sich hier „nur“ um manchmal erhebliche finanzielle Verluste handelt, ist das Ad-Hijacking durch dritte Marktteilnehmer noch problematischer, denn der potentielle Kunde landet auf einer völlig anderen Webseite, meist in einem Konkurrenzshop. „Solche betrügerischen Affiliates verschleiern ihre AdHijacking-Aktivitäten oft, indem sie bei AdWords bestimmte Regionen oder Städte, in denen der Markeninhaber oder deren SEM-Agentur agiert als Zielgebiet ausschließen. Nur mit einem genauen und feinen Monitoring lässt sich so etwas aufdecken und dokumentieren“, so Herold.

Zum Umsatzverlust kommt oft auch noch ein Imageschaden, wenn die Kunden auf Seiten mit gefälschten Produkten oder Schadsoftware geleitet werden. Auch gegen das Ad-Hijacking hilft nur ein konsequentes Monitoring der Anzeigentexte und Tools, die Plagiate und Kopien der eigenen Anzeigentexte erkennen und exakt zeigen, wann, wo und vor allem von wem die eigene Anzeige “gehijackt” wurde.

Es braucht viele Jahre, eine Marke zu schaffen. Durch dauerhaften Missbrauch aber nimmt eine Marke schnell einen schweren Schaden an und führt Unternehmen in den wirtschaftlichen Abschwung. Die betrügerische Aktivitäten wie Brand-Bidding und Ad-Hijacking müssen daher mit allen Mitteln verhindert werden.

weiterführende Artikel
» Affiliate Marketing – Aufschwung in der Krise, Internet World Business
» Controlling zur Sicherung des Erfolgs, Internethandel
» Online-Mediaplanung: Ein Koffer voller Möglichkeiten, adzine 3/12
» Affiliate-Betrug durch Brand Hijacking, Markus Kellermann, explido
» Ad-Hijacking: Jede siebte Marke vom Betrug betroffen, webselling online
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Disclaimer: eck marketing unterstützt unter anderem auch Xamine GmbH als Referenten. Bei Fragen oder weiteren Informationen helfen wir Ihnen gern weiter.

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