Messen und Events setzen zu wenig auf digitale Innovation

Events benötigen die öffentliche Wahrnehmung, damit sie gebucht werden. Tweets und Facebook-Einträge gehören zum Veranstaltungsalltag, wenn es um Social Media Themen geht. Doch an einer wirklichen Verzahnung zwischen den meisten realen Events und ihrem digitalen Pendant und dem Veranstalter hapert es noch. Dabei könnten durch Social Media Instrumente viele Möglichkeiten der Vernetzung und Interaktion für ihre Besucher geschaffen werden. Schon weit im Vorfeld einer Veranstaltung würden künftige Besucher in deren Vorbereitung einbezogen werden, Veranstalter könnten ihren Event noch kundenspezifischer ausrichten, die Besucher Einfluss auf Themen und Angebote nehmen, die Onlinekommunikation würde sich schließlich nur noch in den realen Raum verlagern. Location-based-Services vor Ort und Formen der Augmented Reality könnten eine Veranstaltung durch zusätzliche Informationen und Angebote aufwerten.

Twitterwall #rp12

Doch bei Events und Messen nutzen weniger als die Hälfte der Veranstalter digitale Plattformen oder Kanäle. Zwar experimentieren viele Firmen inzwischen mit digitalen Technologien, doch von einem systematischen Einbinden digitaler Plattformen, wie sie in den USA inzwischen weit verbreitet ist, sind viele hierzulande noch weit entfernt. Dabei haben digitale Techniken enorme Möglichkeiten, Besucher einzubinden und zu aktivieren, zum Beispiel durch Votings oder Wettbewerbe. Reale Produktinszenierungen können durch virtuelle erweitert, reale Events durch virtuelle ergänzt werden. Immerhin 72 Prozent der bei einer Umfrage der Agentur Uniplan befragten 200 Marketingentscheider im Bereich Messen und Events betrachten das Mobile Internet als unverzichtbaren Bestandteil des eigenen Geschäfts, doch die obengenannten Zahlen spiegeln dies keinesfalls wieder. Die Zurückhaltung resultiert vor allem aus der „großen Vielzahl und (…) hohe(n) Geschwindigkeit der digitalen Entwicklungen“, die „eine echte Herausforderung für die Kunden“ darstellen, sagt Dagobert Hartmann von Uniplan, w&v 44/12.

Wenn also die Prognosen der Marketer für 2014 stimmen sollten, dass nämlich digitale und soziale Medien Mainstream in der Live-Kommunikation bei Messen und Events geworden sind, muss noch einiges getan werden. Mehr Geld dafür wollen die Verantwortlichen jedenfalls nach eigener Aussage bereits 2013 in die Hand nehmen – um durchschnittlich 30 Prozent sollen die Budgets steigen! Dienstleister mit dem entsprechenden Know how werden also stark nachgefragt werden.

» Studie beleuchtet B2B Online Marketing erstmals aus Kundensicht, Deutsche Messe Interactive
» B-to-B-Unternehmen schöpfen Potenziale bei der Onlinewerbung nicht aus, HORIZONT
» Digitale Angebote verändern die Messewirtschaft, absatzwirtschaft
» Studie: Veranstalter stärken Markenbekanntheit durch Social Media, Referentenblog

Quelle: Social Media & Events Report 2012 – Wie nutzt die Eventbranche soziale Netzwerke? S. 4
Foto: flickr, Twitterwall #rp12

1 Kommentar

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Verwandte Themen
Studie: Was Teilnehmer nun von Veranstaltungen erwarten

Viele Konferenzanbieter stellen ihre analogen Veranstaltungen auf ein digitales Geschäftsmodell um. Welche Möglichkeiten virtuelle Eventformate ermöglichen und wie erfolgreiche Veranstaltungen künftig sein können, zeigt eine ...weiterlesen >>

Weiterbildung erfolgt begrenzt oder unbegrenzt

Weiterbildung sollte in Deutschland angesichts von Digitalisierung, Globalisierung und demographischem Wandel eigentlich DAS Thema in Unternehmen, Politik und Gesellschaft sein - doch weit gefehlt! Eine ...weiterlesen >>