Nachhaltige Unternehmen aus Konsumentensicht

Was haben der Babykosthersteller HiPP, der ADAC und die Drogeriekette dm gemeinsam? Sie führen das Ranking beim Thema Nachhaltigkeit. Nachhaltigkeit von Unternehmen ist ein entscheidendes Kriterium für Verbraucher. Der globale Index für Nachhaltigkeit beeinflusst Entscheidungen von Vermögensverwaltern in Milliardenhöhe, wobei deutsche Unternehmen in Sachen nachhaltiges Wirtschaften auf sechs Prozent zurückgefallen sind und vom Ausland überholt werden. Doch wie beurteilen die Konsumenten das Thema Nachhaltigkeit von Unternehmen, von denen es inzwischen zahlreiche Absichtserklärungen dazu gibt?

Erstmalig wurde eine repräsentative Studie mit mehr als 2.500 Befragten, von Facit Research und der Serviceplan Gruppe durchgeführt. In der Nachhaltigkeitsstudie wurde analysiert, welchen Einfluss das nachhaltige Handeln von Unternehmen auf ihr Image, die Kaufbereitschaft und die Kundenbindung hat. Beantwortet werden sollte die Frage, wie Verbraucher die „grünen Anstrengungen“ von Unternehmen wahrnehmen, sie bewerten und inwiefern sie ihnen glauben.

Im allgemeinen Verständnis setzt sich der Begriff der Nachhaltigkeit aus drei Komponenten zusammen, auch als Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit bezeichnet. Doch neben der ökologischen, ökonomischen und sozialen Nachhaltigkeit, floss in die Untersuchung die psychologische Nachhaltigkeit ein, der sogenannte „Sustainability Image Score“ (SIS). Patrick Rudloff, Geschäftsführer von Facit Research, begründet es damit, „ … dass bei Verbrauchen auch grundlegende Unternehmenswerte wie Ehrlichkeit, Authentizität, Fairness oder Kundenwertschätzung in ihre Bewertung von Nachhaltigkeit mit einfließen. Dieser psychologische Aspekt hat für die Kunden eine große Bedeutung und sollte von Unternehmen nicht unterschätzt werden.“ Hieraus resultieren sicher vordere Plätze für den ADAC oder die Drogeriekette dm und die letzten Plätze für die Deutsche Bahn, Telekom, KiK, Schlecker und BP. Bei diesen Unternehmen fallen sofort einige Negativschlagzeilen wie mangelnde Kundenorientierung oder Unfreundlichkeit sowie miserable Arbeitsbedingungen bei Zulieferern und Mitarbeitern oder katastrophale Umweltvergehen ein.

Das nachhaltigste Unternehmen aus Käufersicht ist der Hersteller für Babykindernahrung HiPP, dessen Eigentümer und Chef Claus Hipp mit seiner Person das Thema Nachhaltigkeit authentisch verkörpere.

Auch Sieger werden manchmal kritisiert …

Seit Jahren kommuniziert das Unternehmen glaubhaft, dass es bei seinen Aktivitäten an die kommende Generationen denkt und es bezieht die Mitarbeiter in die Prozesse mit ein. Denn, so ein wichtiges Ergebnis der Studie, Unternehmen werden dann als nachhaltig wahrgenommen, wenn sie über Jahre ihre Werte, Ziele und Bemühungen glaubhaft kommunizieren und dies geht am besten über eine authentische Person.

Noch einige weitere Ergebnisse des Rankings zum Schluss: Auf den Plätzen fünf bis acht sind mit BMW, Audi, Toyota und Mercedes-Benz gleich vier Automobilhersteller vertreten, wohl  eine Folge der Debatten um Klimaschutz und Emissionen im Bereich Automobilbau. Im Mittelfeld finden sich dagegen besonders Fastfood-Ketten, Bau- und Getränkemärkte, Drogerien und Banken. Schlusslichter  bilden neben den fünf genannten Unternehmen Vertreter des Lebensmitteleinzelhandels, Banken und weitere Kraftstoffhersteller. Nach Finanzkrise, Ölkatastrophen und Lebensmittelskandalen eigentlich nicht wirklich verwunderlich, oder?

Bilder: Quelle eveos, eveos Blog; flickr: fraencko

3 Kommentare
  • Sören
    Veröffentlicht: 13:33h, 11 Dezember

    Interessant. Immer schön, das Thema mal in Zahlen zu sehen.
    Auch schöne Erklärung des Themas, danke.
    Ich denke, dass vor allem die psychologischen Werte bei Kunden stark miteinfliessen. Das Thema Nachhaltigkeit muss ja nicht mal konsequent umgesetzt sein. Da reicht es schon, wenn es ein nachhaltiges Produkt gibt und mit der entsprechenden Kommunikation empfindet der Verbraucher das Unternehmen als unglaublich nachhaltig 😉
    Bei HIPP denke ich mal ist es einfach zu vermitteln, man denke an zukünftige Generationen – es wird ja Babynahrung verkauft 🙂 Und die Kommunikation über Hrn. Hipp laufen zu lassen war halt auch schlau – man verbindet ja immer gern ein Gesicht mit einem Produkt.
    Aber das Toyota trotz Bremsen-Skandal noch so weit vorn ist, wundert mich doch.
    Hier noch eine Ergänzung meinerseits: http://www.marktundmittelstand.de/newsletter-unternehmen-zukunft/?src=BL
    Ist ein kostenloser Newsletter zum Thema Energie – da gibt es z. B. auch ein best practice Beispiel eines Unternehmens, dass „grün“ handelt.
    Interessante Lektüre…

  • Pingback:Mit 45 Blogbeiträgen durchs Jahr 2011 | eck marketing
    Veröffentlicht: 16:28h, 22 Dezember

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    Veröffentlicht: 10:03h, 01 Dezember

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