Mobile Research: Möglichkeiten mobiler Diary-Forschung

Mobile Research verspricht schnelle Ergebnisse und wird in der Marktforschung immer häufiger eingesetzt. Doch wie geeignet ist Mobile Research als Bestandteil qualitativer Marktforschung? Die Gesellschaft für Innovative Marktforschung – GIM ist dieser Frage nachgegangen und hat untersucht, inwieweit sich Smartphones dafür nutzen lassen, die Bedürfnis- und Motivationsstrukturen von Konsumenten zu erforschen.


Im Rahmen der qualitativen Grundlagenforschung der GIM hat sich gezeigt, dass apparative Echtzeit-Methoden wie mobile Diary-Apps keine Verzerrung des Verbraucherverhaltens hervorrufen. Da Smartphones mittlerweile etablierte Alltagsgegenstände sind, wird auch die App-Nutzung für Forschungsfragen von den Probanden nicht als außergewöhnliche Betätigung wahrgenommen.

Die Aussagekraft mobiler Diary-Daten isoliert betrachtet, ist allerdings gering. Mit Hilfe von mobilen Diaries lässt sich zwar das spontane Verhalten in Echtzeit dokumentieren, aber ein Tiefenverständnis der Verhaltenstreiber und Motivatoren ist nicht möglich. Es bedarf daher einer Kontextualisierung der Daten, um nähere Erkenntnisse über die Beweggründe zu erhalten. Durch die Kombination von mobiler Forschung mit Paper & Pencil Diaries und In-Situ-Interviews kann diese Lücke geschlossen werden.
Benjamin Dennig

Mobile Forschung und Paper & Pencil Diaries 
Paper & Pencil Diaries und APP-Tagebücher haben jeweils ihre spezifischen Stärken. Jedoch erst durch eine Kombination beider Methoden kann die Validität der Forschungsergebnisse erhöht und ein Tiefenverständnis über die Motive, Bedürfnisse und die Orientierungen der Probanden gewonnen werden„, erläutert Benjamin Dennig, Senior Research Manager der GIM Gesellschaft für Innovative Marktforschung. Dennig weist auch darauf hin, dass die Daten aus mobilen Diaries zwar schnell und verhältnismäßig einfach ausgewertet und exportiert werden können, die App-gestützte mobile Forschung dennoch viel Arbeit bedeutet. „Das Bereitstellen der technischen Infrastruktur, die Schulung der Probanden zum Kick-off  sowie deren Betreuung während der Feldphase sind recht ressourcenintensiv, erklärt Dennig.

Fazit
Technologie-basierte mobile Diaries eröffnen zwar neue Wege in der on-the-go-Konsumforschung und helfen spontanes Verhalten weitgehend unverzerrt zu dokumentieren. Die Forschungsergebnisse sind allerdings nicht autark einsetzbar und erzeugen Anhaltspunkte, die mit Hilfe weiterer Metthoden wie Paper-Pencil-Diaries und In-Situ-Interviews vertieft werden müssen.

 

weiterführende Links und Vorträge
» You Tube, We Watch: Verborgene Konsumenten-Insights entdecken, Research plus,  DGOF – Dt. Gesellschaft für Online-Forschung e.V.

» Neue Möglichkeiten für die Marktforschung Mobile Case Study: Mobile Diaries, BVM-Fachtagung Mobile Research 2013
» In-Sight oder No-Sight? planung & analyse 4/13
» Innovative Haushaltsgeräte und die Frage der Usability, World of Usability Day 2011
» Insights into today’s cooking – bets served hot directly from the cooktop, Interview in planung & analyse
» YouTube, We watch – User generated content, marke41
» Online-Kaufverhalten von Frauen in Deutschland, Referentenblog

Foto Quelle flickr: Iced tea at Georgia’s, version 2 by Ed Yourdon

Disclaimer: eck marketing unterstützt unter anderem GIM Gesellschaft für Innovative Marktforschung mbH bei der Mitwirkung als Referent. Gerne helfen wir Ihnen bei Fragen weiter.

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