Online Interaktion bei Vorträgen: Mehrwert oder Spielerei?

Die durchschnittliche Aufmerksamkeitsspanne hat in den letzten Jahren stetig abgenommen und liegt mittlerweile im unteren einstelligen Bereich. Der Einsatz von Online-Interaktionen mit dem Publikum bietet Veranstaltern und Rednern hier interessante Chancen, um die Zuhörer zu aktivieren und zum Mitmachen zu gewinnen.
Wir Menschen haben nur eine begrenzte Aufnahmekapazität und deswegen ist es nicht verwunderlich, dass wir auch bei einem guten Vortrag von Zeit zu Zeit gedanklich abschweifen. Ein beliebtes Mittel zur Ablenkung ist dabei der Blick auf das Handy oder Tablet – ob aus Pflichtbewusstsein oder schlicht aus Routine.

Spielen erlaubt
Mit dem Wissen um die Verlockungskraft von Handys und Tablets, gilt es diese sinnvoll zu kanalisieren und zu nutzen. Durch interaktive und vernetze Inhalte können passive Zuhörer zu aktiven Gestaltern werden. Die herkömmliche Ein-Weg-Kommunikation seitens des Redners in Richtung Publikum lässt sich hierdurch aufbrechen und merklich auflockern. Ein Beispiel für die Verknüpfung altbewährter Methoden mit modernen Technologien bieten mobile Abstimmungen auf Facebook. Anstatt eine Frage dem Publikum direkt zu stellen, lassen sich mit Polls auf Facebook Umfragen öffentlichkeitswirksam in Szene setzen. Zudem bieten Sie so auch Abwesenden die Möglichkeit zur Teilnahme an der Veranstaltung und sorgen nebenbei für eine Belebung Ihrer FB-Timeline.

Eine andere Möglichkeit das Publikum sowie die Öffentlichkeit einzubeziehen, ist der Einsatz einer Twitter-Wall auf der Tweets mit dem Hashtag zur Veranstaltung angezeigt werden. So können Reaktionen in Echtzeit eingefangen und diskutiert werden. Um flexibel auf die Informationsbedürfnisse und Fragen reagieren zu können, ist eine modular gestaltete Präsentation hilfreich. Die Konzeption eines solchen Vortrages mag Anfangs schwer fallen, da die interaktiven Inhalte in ihrem Ausgang ungewiss sind. Für einen erfahrenen Redner bieten sich durch die bewussten Freiräume und interaktiven Elemente allerdings neue Möglichkeiten im Umgang mit dem Publikum und er kann phasenweise aus der Rolle des Senders in die des Empfängers schlüpfen.

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Mehrwert durch Content Curation
Neben der Einbindung von interaktiven und webbasierten Inhalten in den Vortrag, empfiehlt es sich die Reaktionen auch für eine digitale Nachbereitung zu sammeln. Mit Content-Curation-Tools wie beispielsweise Storify lassen sich Informationen und Reaktionen aus dem Web einfach zusammenstellen und ansehnlich dokumentieren.

Über eine „Story“ können verschiedene Elemente wie Tweets, Videos, Fotos und Artikel aus dem Netz gepickt und in einer „Story“ übersichtlich aufbereitet und dokumentiert werden. Indem Sie aus unterschiedlichen Quellen die wichtigsten Inhalte zusammenstellen, erleichtern Sie Interessierten die Suche und schaffen gleichzeitig neuen Content für Ihre Social-Media-Kanäle. Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Berichterstattung, kann eine webbasierte Geschichte dabei aus einer Vielzahl von Eindrücken und Informationen bestehen und die Rede entscheidend ergänzen. Insbesondere bei modular gestalteten Vorträgen, lassen sich die vorenthaltenen Information beispielsweise in einer „Story“ zur Verfügung stellen und anschließend via Social Media diskutieren.

Welche Erfahrungen haben Sie mit dem Einsatz von Online Interaktionen bei Vorträgen oder Präsentationen zur Steigerung der Interaktivität des Publikums gemacht?

Quellen
 und weiterführende Links
Foto flickr, Edwin Guarin, Academic Developer Evangelist and emcee, kicks off the event, by Bob Familiar
Storify, sxsw#elements
>> Content Curation is King – Wie kuratierte Inhalte das Markenimage schärfen, t3n
>> Was Veranstalter und Referenten über Instagram wissen sollten, Referentenblog
>> P
interest für Referenten: 5 Tipps für den Einstieg, Referentenblog

4 Kommentare
  • Pingback:5 Links | 5 Tage – Linksammlung KW 47 « Blog // Unternehmensberatung Brandhoff
    Veröffentlicht: 15:55h, 22 November

    […] Online Interaktion bei Vorträgen: Mehrwert oder Spielerei? […]

  • Marcus Schlueter
    Veröffentlicht: 17:46h, 20 November

    Immer dann, wenn es darum geht ungefiltert Meinungen einzuholen oder auf das Wissen der Teilnehmer zuzugreifen, Teilnehmer und Referenten zu einer Einheit verschmelzen zu lassen und das Gefühl zu geben, mit entscheiden zu dürfen, das Maximale in kürzester Zeit aus einer Veranstaltung herauszuholen und mit weniger Papier mehr Output zu produzieren, dann bieten sich interaktive Produkte an.

    Warum ich das sage?
    Weil ich es bei vielen Veranstaltungen mit CONFACT live erleben darf.

  • Jürgen Mayer
    Veröffentlicht: 16:03h, 20 November

    Die Herleitung finde ich gut, das Smartphone ist omnipräsent. Auch auf Konferenzen sieht man so oft, dass mehr auf das Display des eigenen Smartphones geschaut wird als auch den Vortragenden.
    Insofern ist das Thema interactive conferencing, ein Thema von welchem wir bei der plazz AG vollkommen überzeugt sind. Ein interaktiver Rückkanal in Form eines Votings oder Feedback für
    • Besseres Kennen lernen der Teilnehmer – wer kommt von aus welcher Branche o.ä.
    • Teds, Trends und Meinungen auch Möglich bspw. Zur Ermittlung eines Publikumspreises
    • Überprüfung des Lernerfolges – oder Wissenstandes
    Hierfür haben wir die mobile-event-app..com entwickelt, welche u.a. eine Voting Lösung als Kernfeature bietet.

  • 7W Content Marketing
    Veröffentlicht: 13:56h, 20 November

    Ich habe die Erfahrung gemacht, daß eine klare Trennung von Vortrag & Diskussion zu deutlich besseren Ergebnissen für alle Beteiligten führt. Mediennutzung während eines Vortrages sehe ich nicht nur aus diesem Grund kritisch.

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